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Mein Abenteuer A-Wurf

 

Als wir im Jahr 2004 mit unserm „Balou vom Seemental““ auf den Landseer gekommen waren, konnten wir uns noch nicht vorstellen, das uns die Landseer-Welt so begeistern kann. Wir können für uns behaupten dass der Spruch „Einmal Landseer, immer Landseer“ stimmt.

Bis es zum ersten Wurf kam, sollten dann doch noch einige Jahre ins Land gehen. In diesem Jahr 2011 war es dann soweit. Wir hatten uns 2009 unsere Hündin „Wendy vom Torfsee“ zugelegt und waren und sind bis heute ganz begeistert von ihr. Als dann auch noch die Röntgenauswertung sehr gut war und sie die Zuchtzulassung vom NLC erhielt, stand für uns fest, sie soll Babies bekommen. Ein Zwingername wurde ausgesucht und beantragt, dann konnte es losgehen mit dem Abenteuer.

Das Abenteuer A-Wurf begann schon mit der Auswahl des Deckrüden und als Wendy heiß wurde fing die Anspannung an, die übrigens anhielt bis die Welpen ausgezogen waren. Jeder, der schon mal einen Wurf gezogen hat, wird das verstehen können. Wir hatten das Glück, dass der Deckrüde „Da Cato vom Seemental“ in unserer Nähe wohnte. Das ist bei vielen anderen Verpaarungen nicht der Fall und es werden von den Züchtern große Wege zurückgelegt.

Am 10.02.2011 haben wir die Hitze festgestellt und es wurde über den richtigen Deckzeitpunkt nachgedacht. Wenn man erfahrenen Züchtern und den Büchern glaubt, dann kann dass sehr unterschiedlich sein, es wird von Deckakten am 9. Tag und auch vom 18. Tag berichtet. So versuchten wir es am 11. Tag und die Hündin lies es sich nix vom Rüden gefallen, sie wollte nur spielen. Am 14. Tag dann, unserem inzwischen 3.Versuch, da stellte sie sich bereitwillig hin und es hat geklappt.

Sie blieb ganz ruhig stehen, hat nicht gejammert und als es vorbei war, da wollte sie nur noch ab in Auto und nach Hause. Ab diesem Zeitpunkt war sie sehr schmusig und anschmiegsam und wir überlegten, ist das ein Zeichen, hat sie aufgenommen? Alles Überlegen nutzte nix, wir mussten abwarten bis der TA einen Ultraschall machen konnte und wir dann Gewissheit haben würden ob sie denn nun schwanger ist. Sollte sie Scheinschwanger sein, sind die Anzeichen ja die Gleichen.

Am 23.03.11 fuhren wir zum Tierarzt um einen Ultraschall machen zu lassen. Was für eine Aufregung und eine große Freude, als wir einen kleinen Herzschlag sehen konnten. Es sollte zwar kein großer Wurf werden, aber sie war trächtig. Jetzt konnten unsere Vorbereitungen in Haus und Garten beginnen. Ein Thema waren auch die Namen, beim A-Wurf fangen ja alle mit „A“ an. Da der Zwinger „Bär vom Limes“ heißt, sollten es auch römische Namen werden. Wir haben uns überlegt, dass wir die Namen nach unserem Geschmack vergeben und die Besitzer ja meistens die Hunde sowieso umbenennen werden.

 

Mein Mann beschäftigte sich nun mit dem Bau einer Wurfkiste. Groß sollte sie sein, bequem für die Hündin, leicht sauber zu halten und nicht zu teuer. Als Muster hatten wir uns schon die von befreundeten Züchtern angeschaut und so wurde sie dann auch gebaut. Eine Babywaage, eine Rotlichtlampe und diverse andere Utensilien wurden besorgt. Die Bücher und die Unterlagen vom A-Züchter Lehrgang wurden noch mal eingehend studiert, dass wir auch ja nichts vergessen hatten.

Wendy erfreute sich inzwischen ihres Lebens, sie wurde immer hungriger und bekam natürlich auch leckere Sachen zugesteckt. Die Mahlzeiten verteilten wir erst mal auf dreimal am Tag, später dann auf viermal. Es gab auch Frischfleisch und Joghurt dazu, insgesamt wurde die Futtermenge auf das doppelte erhöht.

Dann kam der 63.Tag und es tat sich noch nichts. Die Temperatur war auch konstant, denn wenn sie runter geht, soll dass ein sicheres Zeichen sein, dass es bald los geht. Ich hatte vorsorglich

Urlaub genommen, um bei meiner Maus zu sein, wenn es denn anfängt. Sie ließ uns noch bis zum 65. Tag warten und dann war es so weit. Ich lag im Wohnzimmer auf der Couch und Wendy kam zu mir, da wusste ich jetzt geht es endlich los.

Wir gingen zusammen in die Wurfkiste und um 15,15 Uhr kam der erste Welpe. So als wenn auch die Wendy einen eine A-Züchter-Lehrgang gemacht hätte, sie wusste sofort was zu tun war, die Fruchthülle wurde von ihr entfernt und die Nabelschnur durchgebissen. Das Kleine Mädchen „Alexis“ suchte sich sofort den Weg zur Milchbar, Wendy leckte sie ausgiebig sauber und alles war in bester Ordnung. Wir saßen staunend davor und waren überwältigt. Anders kann ich das jetzt nicht beschreiben, es ist einfach ein schönes Erlebnis, so ein neues Leben kommen zu sehen.

Im Stundenrhythmus erblickten noch drei weitere kleine Landseer das Licht der Welt, um 16,15 Uhr ein Mädchen „Amica“ (Freundin), um 17,10 Uhr der einzige Junge „Archibald“ (rein, kühn, mutig) und am 18,15 Uhr „Aurelia“ (die Schimmernde). Alle Welpen hatten ca. 600g Geburtsgewicht.

 
 

Am Abend kamen die Tierärztin und Silvia Maas vom NLC vorbei um sich sozusagen vom ordnungemäßen Zustand der Welpen und der Mutterhündin zu überzeugen. Ein paar Tage später kam noch der Landesgruppenzuchtwart um eine Zwinger-Erstabnahme zu machen.

 

Während der ganzen Zeit hatten wir immer Ansprechpartner, die uns hilfreich zur Seite standen. Auch wenn man in der Theorie schon so manches Buch gewälzt hat und auch öfter schon bei Geburten und Welpenaufzucht dabei war, so kann man es sich doch nicht vorstellen was es in der Praxis bedeutet selbst einen Wurf großzuziehen. Gut dass die Mutterhündin damit keine Probleme hat. Es stellte sich heraus, dass unsere Wendy eine instinktsichere Hündin ist und sich sehr gut um ihre Babies kümmerte.

Bald merkten wir, dass die Kleinen nicht so gut zunahmen und es stellte sich heraus, dass die Wendy nicht viel Milch hatte. Babyfläschchen hatten wir ja schon besorgt, auch Milchpulver war vorsorglich im Haus. So haben wir dann regelmäßig die Kleinen zugefüttert und siehe da, sie nahmen nun auch wieder besser zu. Ab der dritten Woche wurde 5-mal täglich feste Nahrung gefüttert und so gingen sie auch nicht mehr so oft an die Zitzen der Mama.

 

Langsam wurde es dann in der Wurfkiste zu eng und die Welpen zogen um nach draußen auf die Terrasse. Hier haben wir erst einen kleinen Auslauf gebaut, der später bis auf den Rasen ausgeweitet wurde.

 
 

Nach und nach kamen Welpenkäufer zu uns und wir haben viele schöne Hundegespräche geführt. Das war für mich ein schwieriger Punkt, zu entscheiden, wo die Hunde demnächst leben sollten. Kann man denn auch mal „Nein“ sagen, wenn ein potenzieller Welpenkäufer nicht geeignet erscheint? Am Ende haben unsere Lieblinge ganz tolle neue Herrchen und Frauchen gefunden.

 

 

Mit acht Wochen wurden sie dem Tierarzt vorgestellt, wurden geimpft und gechipt. Die Wurfabnahme vom NLC-Landesgruppenzuchtwart war am gleichen Wochenende. Dieser war sehr zufrieden mit dem Wurf und alle Welpen brachten hier knapp 10 kg auf die Waage.

Die erste Autofahrt war auf eine nahe gelegene Wiese, hier haben die Babies auch mal ihren Papa getroffen. Archibald hatte bald die Nase voll und verkroch sich unter einem Auto und war anschließend voller Autoschmiere. So bekam er zuhause sein erstes Bad verordnet damit er wieder ein weißer Hund wurde.

Jetzt war der Weg frei in die neuen Familien umzuziehen. Für uns mit einem lachenden und einem weinenden Auge. Weil alle gar nicht so weit weg gezogen sind, haben wir die Hoffnung, dass wir sie doch ab und an mal zu Gesicht bekommen.

   


Als Fazit möchte ich sagen, wir sind froh, das miterlebt zu haben und freuen uns auch, dass wieder Ruhe eingekehrt ist, obwohl wir ja die Amica bei uns behalten haben. Wer mit dem Gedanken spielt mal einen Wurf zu ziehen, dem kann ich nur empfehlen, lassen Sie sich ruhig mal auf das Abenteuer A-Wurf ein, es lohnt sich.

Ihre

Elke Kouth

 

 

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